Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew hat die russischen Luftangriffe auf aserbaidschanische Öl- und Gasanlagen in der Ukraine der Agentur „Reuters“ zufolge scharf verurteilt und bekräftigt, dass die Energiekooperation der beiden Länder fortgesetzt werde. Hierbei geht es um Einrichtungen des aserbaidschanischen Staatskonzerns SOCAR. Der „Ukrainska Pravda“ zufolge wurden zuletzt ein Öllager und eine Dieselpipeline mit mehreren Drohnen angegriffen und beschädigt, nachdem wenige Tage zuvor bereits eine Gasverdichterstation der SOCAR in der Region Orlivka nahge der rumänischen Grenze, die einen Teil der Trans-Balkan-Gaspipeline bildet beschädigt wurde, was auch Lieferungen in die EU beeinträchtige. Die SOCAR ist bereits seit 2013 in der Ukraine präsent sowohl mit einer Tankstellenkette als auch im Rahmen des Gastransits Richtung Europa als auch als Gaslieferant, zuletzt mit einer größeren Lieferung an die Ukraine, die von russischer Seite scharf kritisiert wurde. Konstantin Zatulin, erster stellvertretender Vorsitzender des Staatsduma-Ausschusses für GUS-Angelegenheiten nannte die Lieferung eine politisch motivierte Unterstützung für Kyjiw in seinem Konflikt mit Moskau und fügte der „Caucasus Watch“ zufolge hinzu: „Die Entscheidung, Gas an die Ukraine zu liefern, zielt eindeutig darauf ab, die Ukraine zu unterstützen, die, wie wir wissen, einen Krieg gegen die Russische Föderation führt.” Zatulins Argumentation, dass Aserbaidschan zunehmend eine russlandfeindliche Außenpolitik verfolge findet in der gesamten russischen Presse Widerhall einschließlich der Forderung, aserbaidschanische Vermögenswerte, insbesondere SOCAR-Einrichtungen, als „legitime Ziele“ russischer Angriffe anzusehen. Die russisch-aserbaidschanischen Spannungen waren aufgeflammt durch den offenbar irrtümlichen Abschuss einer aserbaidschanischen Verkehrsmaschine auf dem Flug von Grosny nach Baku durch die russische Flugabwehr, die zu diesem Zeitpunkt einen Angriff ukrainischer Drohnen in der Region bekämpfte. Der Kreml weigert sich dann allerdings, die Verantwortung für den Zwischenfall zu übernehmen. Die im Gefolge des Krokus-Attentats zunehmend offen rassistische Gewalttätigkeit der russischen Behörden gegenüber Arbeitsmigranten aus dem Kaukasus und Zentralasien tut ein übriges. Die russische Regierung setzt dem eine Verwörungstheorie entgegen, derzufolge die Anschläge und Übergriffe vom ukrainischen Geheimdienst SBU organisiert würden um den nationalen Hass zu schüren und dabei „bezahlte russische Überläufer unter russischer Flagge“ einsetze, um in aserbaidschanischen, türkischen und europäischen Medien „Falschinformationen über eine angebliche russische Aggression“ zu verbreiten, so etwa Außenministeriumsprecherin Maria Sacharowa. Martin Klingsporn
OID+: Russland eskaliert Konflikt mit Baku
Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew hat die russischen Luftangriffe auf aserbaidschanische Öl- und Gasanlagen in der Ukraine der Agentur „Reuters“ zufolge scharf verurteilt und bekräftigt, dass die Energiekooperation der beiden Länder fortgesetzt werde. Hierbei geht es um Einrichtungen des aserbaidschanischen Staatskonzerns SOCAR.
Der „Ukrainska Pravda“ zufolge wurden zuletzt ein Öllager und eine Dieselpipeline mit mehreren Drohnen angegriffen und beschädigt, nachdem wenige Tage zuvor bereits eine Gasverdichterstation der SOCAR in der Region Orlivka nahge der rumänischen Grenze, die einen Teil der Trans-Balkan-Gaspipeline bildet beschädigt wurde, was auch Lieferungen in die EU beeinträchtige.
Die SOCAR ist bereits seit 2013 in der Ukraine präsent sowohl mit einer Tankstellenkette als auch im Rahmen des Gastransits Richtung Europa als auch als Gaslieferant, zuletzt mit einer größeren Lieferung an die Ukraine, die von russischer Seite scharf kritisiert wurde. Konstantin Zatulin, erster stellvertretender Vorsitzender des Staatsduma-Ausschusses für GUS-Angelegenheiten nannte die Lieferung eine politisch motivierte Unterstützung für Kyjiw in seinem Konflikt mit Moskau und fügte der „Caucasus Watch“ zufolge hinzu: „Die Entscheidung, Gas an die Ukraine zu liefern, zielt eindeutig darauf ab, die Ukraine zu unterstützen, die, wie wir wissen, einen Krieg gegen die Russische Föderation führt.” Zatulins Argumentation, dass Aserbaidschan zunehmend eine russlandfeindliche Außenpolitik verfolge findet in der gesamten russischen Presse Widerhall einschließlich der Forderung, aserbaidschanische Vermögenswerte, insbesondere SOCAR-Einrichtungen, als „legitime Ziele“ russischer Angriffe anzusehen.
Die russisch-aserbaidschanischen Spannungen waren aufgeflammt durch den offenbar irrtümlichen Abschuss einer aserbaidschanischen Verkehrsmaschine auf dem Flug von Grosny nach Baku durch die russische Flugabwehr, die zu diesem Zeitpunkt einen Angriff ukrainischer Drohnen in der Region bekämpfte. Der Kreml weigert sich dann allerdings, die Verantwortung für den Zwischenfall zu übernehmen.
Die im Gefolge des Krokus-Attentats zunehmend offen rassistische Gewalttätigkeit der russischen Behörden gegenüber Arbeitsmigranten aus dem Kaukasus und Zentralasien tut ein übriges. Die russische Regierung setzt dem eine Verwörungstheorie entgegen, derzufolge die Anschläge und Übergriffe vom ukrainischen Geheimdienst SBU organisiert würden um den nationalen Hass zu schüren und dabei „bezahlte russische Überläufer unter russischer Flagge“ einsetze, um in aserbaidschanischen, türkischen und europäischen Medien „Falschinformationen über eine angebliche russische Aggression“ zu verbreiten, so etwa Außenministeriumsprecherin Maria Sacharowa.
Martin Klingsporn