Aserbaidschans Wirtschaftswachstum werde mittlerweile vollständig vom Nicht-Öl- und Gassektor getragen, erklärte Wirtschaftsminister Mikayil Jabbarov laut „bne intellinews“. Die Regierung treibe die Diversifizierung der Wirtschaft voran, um die traditionelle Abhängigkeit von Kohlenwasserstoffen zu verringern, erklärte er. Der Haushaltsentwurf für 2026 priorisiere fiskalische Nachhaltigkeit, Sozialausgaben und eine Reduzierung des Ölanteils an den öffentlichen Finanzen. Der Anteil des Nicht-Öl-Sektors an der Wirtschaft sei von 58% im Jahr 2018 auf voraussichtlich 70% bis Ende 2025 gestiegen, fügte der Minister hinzu. Das durchschnittliche jährliche BIP-Wachstum für den Zeitraum 2022 bis 2025 werde voraussichtlich 3,3% erreichen, wobei der Nicht-Öl-Sektor mit 6,1% deutlich schneller wachsen werde. Der neue Finanzminister Sahil Babayev betonte die strategische Neuausrichtung hin zu fiskalischer Disziplin. Der Haushaltsentwurf sieht für 2026 eine Obergrenze für Auslandskredite von 6 Mrd Manat (3,05 Mrd Euro) und eine Obergrenze für Inlandskredite von 2 Mrd Manat vor. „Die Reduzierung der Auswirkungen des Ölsektors auf den Staatshaushalt und die Erhöhung des Anteils nachhaltiger Finanzierungsquellen bleiben zentrale Ziele“, so Babayev. Er merkte an, dass das Basisdefizit ohne Ölanteil bis 2026 voraussichtlich auf 19% des BIP ohne Ölanteil sinken wird, gegenüber rund 22,4 % im Jahr 2025, mit einem Zielwert von 13% bis 2029. Die Staatsverschuldung soll bei rund 30% des BIP gehalten werden. Ein großer Teil des Haushalts ist weiterhin für den Wiederaufbau von Bergkarabach und Ost-Sangasur vorgesehen – das sogenannte Programm „Große Rückkehr“ nach dem Krieg von 2020. Die Gesamtausgaben für den Wiederaufbau der befreiten Gebiete werden bis Ende 2025 voraussichtlich 22 Mrd Manat erreichen. Allein für 2026 hat die Regierung weitere 3,5 Mrd Manat für diese Projekte vorgesehen. Die Sozialausgaben machen jedoch mit 17,1 Mrd Manat (41% des Gesamtbudgets für 2026) weiterhin den größten Anteil aus. Für das Gesundheitswesen werden 3,7 Mrd Manat bereitgestellt, ein Anstieg von 6,4% gegenüber dem Vorjahr; für Bildung 14,3% Zuwachs auf 5,2 Mrd Manat. Jabbarov hob außerdem die Projekte des Landes zur „grünen Transformation“ hervor. Eine bedeutende öffentlich-private Partnerschaft zum Bau einer Entsalzungsanlage für Kaspisches Meerwasser mit einem Wert von 407 Mio Dollar ist angelaufen. Das Projekt zielt darauf ab, die Wasserversorgungssicherheit auf der trockenen Halbinsel Absheron zu verbessern. Die Nicht-Öl-Exporte haben sich als robust erwiesen und sich in den letzten sechs Jahren auf 3,4 Mrd Dollar verdoppelt. Auch die Zahl der Arbeitsverträge im privaten Sektor (ohne Öl) ist stark gestiegen; täglich werden rund 200 neue Arbeitsplätze geschaffen. Zentralbankchef Taleh Kazimov berichtete von einer robusten Aktivität im Finanzsektor. Die Versicherungsprämien überstiegen in den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 1,2 Mrd Manat. Martin Klingsporn
OID+: Baku will sich von der Öl-Abhängigkeit befreien
Aserbaidschans Wirtschaftswachstum werde mittlerweile vollständig vom Nicht-Öl- und Gassektor getragen, erklärte Wirtschaftsminister Mikayil Jabbarov laut „bne intellinews“. Die Regierung treibe die Diversifizierung der Wirtschaft voran, um die traditionelle Abhängigkeit von Kohlenwasserstoffen zu verringern, erklärte er.
Der Haushaltsentwurf für 2026 priorisiere fiskalische Nachhaltigkeit, Sozialausgaben und eine Reduzierung des Ölanteils an den öffentlichen Finanzen. Der Anteil des Nicht-Öl-Sektors an der Wirtschaft sei von 58% im Jahr 2018 auf voraussichtlich 70% bis Ende 2025 gestiegen, fügte der Minister hinzu. Das durchschnittliche jährliche BIP-Wachstum für den Zeitraum 2022 bis 2025 werde voraussichtlich 3,3% erreichen, wobei der Nicht-Öl-Sektor mit 6,1% deutlich schneller wachsen werde.
Der neue Finanzminister Sahil Babayev betonte die strategische Neuausrichtung hin zu fiskalischer Disziplin. Der Haushaltsentwurf sieht für 2026 eine Obergrenze für Auslandskredite von 6 Mrd Manat (3,05 Mrd Euro) und eine Obergrenze für Inlandskredite von 2 Mrd Manat vor. „Die Reduzierung der Auswirkungen des Ölsektors auf den Staatshaushalt und die Erhöhung des Anteils nachhaltiger Finanzierungsquellen bleiben zentrale Ziele“, so Babayev. Er merkte an, dass das Basisdefizit ohne Ölanteil bis 2026 voraussichtlich auf 19% des BIP ohne Ölanteil sinken wird, gegenüber rund 22,4 % im Jahr 2025, mit einem Zielwert von 13% bis 2029. Die Staatsverschuldung soll bei rund 30% des BIP gehalten werden. Ein großer Teil des Haushalts ist weiterhin für den Wiederaufbau von Bergkarabach und Ost-Sangasur vorgesehen – das sogenannte Programm „Große Rückkehr“ nach dem Krieg von 2020. Die Gesamtausgaben für den Wiederaufbau der befreiten Gebiete werden bis Ende 2025 voraussichtlich 22 Mrd Manat erreichen. Allein für 2026 hat die Regierung weitere 3,5 Mrd Manat für diese Projekte vorgesehen. Die Sozialausgaben machen jedoch mit 17,1 Mrd Manat (41% des Gesamtbudgets für 2026) weiterhin den größten Anteil aus. Für das Gesundheitswesen werden 3,7 Mrd Manat bereitgestellt, ein Anstieg von 6,4% gegenüber dem Vorjahr; für Bildung 14,3% Zuwachs auf 5,2 Mrd Manat.
Jabbarov hob außerdem die Projekte des Landes zur „grünen Transformation“ hervor. Eine bedeutende öffentlich-private Partnerschaft zum Bau einer Entsalzungsanlage für Kaspisches Meerwasser mit einem Wert von 407 Mio Dollar ist angelaufen. Das Projekt zielt darauf ab, die Wasserversorgungssicherheit auf der trockenen Halbinsel Absheron zu verbessern. Die Nicht-Öl-Exporte haben sich als robust erwiesen und sich in den letzten sechs Jahren auf 3,4 Mrd Dollar verdoppelt. Auch die Zahl der Arbeitsverträge im privaten Sektor (ohne Öl) ist stark gestiegen; täglich werden rund 200 neue Arbeitsplätze geschaffen. Zentralbankchef Taleh Kazimov berichtete von einer robusten Aktivität im Finanzsektor. Die Versicherungsprämien überstiegen in den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 1,2 Mrd Manat.
Martin Klingsporn